Die Zivilisation hat Uhren und die Natur hat Zeit!

Dieser Ausspruch stammt von einem Menschen, der sein irdisches Leben gelebt und in der Phase des Übergangs diesen Satz hinterlassen hat. Diese Worte wirken erschlagend, denn wie oft schauen wir auf eine Uhr und wie selbstverständlich lassen wir uns von bestimmten Rhythmen führen, die oftmals nicht unserem inneren Gefühl folgen?

Die Unbeschwertheit unserer Kindheit wird uns immer früher genommen. Das verträumte Spielen an Bachläufen oder auf einer Wiese muss dem organisierten Alltag weichen. Entsprechende Institutionen sorgen für eine weitere Verschleierung der eigenen Empfindungen und nähren damit die Illusion von einem behüteten Leben in Freiheit. Je tiefer wir in diese illusionäre Welt eintauchen, umso mehr verlieren wir uns darin und bemerken nicht, wie unsere intuitiven Kräfte, unser Bauchgefühl, unser Gespür für das Hier und Jetzt verloren geht. Im Vertrauen auf die Systeminstitutionen und die scheinbar reibungslose Integration eines jeden Einzelnen von uns, bekommen wir einen guten Blick für das Außen und die passenden Eindrücke verschaffen uns ein Gefühl der Sicherheit. Der innere Blick verliert an Glanz und immer öfter werden Signale des Körpers oder Zeichen aus der Umwelt als Zufälle bezeichnet, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Treten deutlichere Impulse hervor, umschreibt man diese mit dem Wort Krankheit und lässt sich mit Rat und auch Tat belehren, um schlussendlich durch ein sogenanntes Medikament wieder in die Systemspur zurückzufinden. Interessant ist, dass man sich gut über dieses Vorgehen austauschen kann, denn schließlich folgt das Verfahren einer bestimmten Struktur, die wiederum der Zivilisation bekannt ist, akzeptiert wird und in das Konzept des behüteten Lebens in Freiheit passt.

Sicherlich erkennen wir manche Ungereimtheiten und es ist uns auch schon eine Frage untergekommen, die uns eine längere Zeit beschäftigt hat. Da gibt es bspw. die Tatsache, dass bei Tieren – die, wie wir seit längerer Zeit wissen, unsere Last versuchen zu tragen und dabei oftmals an ihre körperlichen Grenzen stoßen – die Medikamentendosis nach Gewicht berechnet wird. Und wie ist es bei Erwachsenen? Natürlich findet der Verstand für alles eine Erklärung, schließlich ist dieser im Laufe der Zeit darauf konditioniert worden und er wächst stetig mit seinen Aufgaben.

Doch auch das Herz bleibt auf Kurs und nutzt die neuen Energien des Wandels immer mehr, um sich Gehör zu verschaffen. Es lässt das Gefühl der Verunsicherung immer stärker in den Vordergrund treten, was zu einer kraftzehrenden Auseinandersetzung zwischen Gefühls- und Verstandesebene führt. Man wird zunehmend müder, antriebslos und man kann den Körper nicht mehr mit einer Verstandeserklärung davon überzeugen, dass er funktionieren muss. Immer häufiger kommt die Frage auf: „Was ist mit mir los?“

Das bröckelnde System versucht gegenzuhalten, lässt neue sogenannte Medikamente herstellen, bewirbt tolle Präventionsmaßnahmen und modulierte Statistiken klären darüber auf, dass es in diesen durchaus herausfordernden Zeiten zu derartigen „Störungen“ kommen kann.

Möglicherweise gelingt es, den einen oder anderen Suchenden einzufangen und für einen Moment begibt man sich wieder in den Rhythmus des Systems. Dennoch hat das Herz einen Teilerfolg erzielt, denn die Aufmerksamkeit für das, was im Inneren geschieht bleibt und wird über andere Erfahrungen, Träume und besondere Situationen stets in Erinnerung gerufen.

Jeder von uns ist einzigartig und diese Erkenntnis öffnet eine Tür, durch die jeder von uns alleine gehen muss, denn es geht um das eigene bewusste Erkennen. Dabei gilt es vor allem zu akzeptieren, dass es keinen Sinn macht, Dinge zu vermischen bzw. dass das Umfeld dafür sorgt, dass diese vermischt werden.

Das alte System ist passé, es kämpft um sich selbst, ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei hat es nicht damit gerechnet, dass es einen „Mensch-Faktor“ nicht beeinflussen kann, egal wie sich die Jahre der Sozialisation gestaltet haben: Die Selbsterkenntnis!

Hierin liegt alles begründet und wenn man sich auf diesen unschätzbaren Erkenntnisweg begibt, wird einem bewusst, dass wir ein Teil der Natur sind und dass es dort nicht um Zeit, sondern um das Leben geht und das ist da, ohne Zeit- und Raumbegrenzung – im Hier und Jetzt und jeder Moment ist eine Bereicherung.

Lassen wir uns von dem Gefühl der Erkenntnis motivieren, wenn wir den Satz:

„Die Zivilisation hat Uhren und die Natur hat Zeit!“

erneut lesen und begeben uns auf den Weg…ohne Wenn und Aber, ohne Absprache, ohne zweifelndes Abwägen und vor allem OHNE UHR!

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2 Kommentare zu “Die Zivilisation hat Uhren und die Natur hat Zeit!

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